Alternativbehandlungen

Fast immer gibt es mehrere alternative Therapieoptionen. Der behandelnde Arzt kann zwar bei gleichwertigen Behandlungsoptionen selbst entscheiden, welche er an einem Patienten vornimmt. Die Therapiefreiheit des Arztes endet jedoch, wenn die verschiedenen Varianten unterschiedliche Risiken und Chancen bergen. Dann ist der Patient umfangreich über das Für und Wider aller seriöser Alternativen aufzuklären.

Dies gilt zum Beispiel dann, wenn es eine konservative und eine operative Behandlungsoption gibt, oder wenn statt einer Spritze auch eine medikamentöse Behandlung möglich ist. Häufig erfahren Patienten erst im Nachhinein (nach der Behandlung), dass es auch andere Therapien für sie in ihrem konkreten Fall gebeben hätte.

Ist dies der Fall und sind dem Patienten durch die vom Arzt eigenmächtig getroffene Entscheidung über die Therapie Schäden entstanden, kann es dafür entsprechende Ersatzansprüche geben.

Beispiele

  • konservative oder operative Versorgung von Frakturen
  • Injektion oder medikamentöse Schmerzbehandlung bei starken Rückenbeschwerden
  • „watchful waiting“ (beobachtendes Abwarten) oder operative Entfernung von Prostatakarzinomen
  • keine, medikamentöse oder operative Behandlung bei Dauerblutungen in der Menopause
  • alternative medikamentöse Behandlung mit unterschiedlichen Nebenwirkungen und unterschiedlichem Risikopotential für weitere Körperschäden